
mit freundlicher Genehmigung von
© Conni Tögel, Charisma Art Gallery,
LLC, http://www.charisma-art.com .
Leben und Lernen
Patricia, die Hausangestellte: Flavio, warum sind wir so ver-
schieden und müssen so verschiedene Dinge erleben?
Flavio: Wir denken nicht alle gleich und wollen nicht alle das
gleiche, das ist es gerade, was unsere Leben so originell
macht. Man sollte das mit Freude leben, es gibt immer noch
viel mehr und dann immer wieder ein neues Leben und neue
Augenblicke, die man genießen kann.
In jedem Leben lernen wir ein bißchen mehr, Tag für Tag,
und die positiven Erlebnisse nehmen wir mit und manchmal
auch Rachegedanken und Böses.
In Wirklichkeit ist das Leben eine große Schule: Einige fan-
gen gerade an, andere sind sitzengeblieben, und man steigt
die Stufen des Lernens aufwärts, bis man selbst Professor ist.
Dann ist man so etwas wie ein Fachmann der Ewigkeit und
hat die Aufgabe, herunterzukommen und den Schülern zu
helfen, damit sie auch so weitkommen. Und dann bringt man
ihnen bei, daß wir alle ein Teil Gottes sind und daß das
Leben uns so lange abschleift, bis wir tadellos geworden sind.
Flavio, 7 Jahre
Seele und Willenskraft
Patricia, die zwanzigjährige Hausangestellte, ist in Gedanken
versunken. Flavio nähert sich ihr, beobachtet sie und tippt ihr
dann mit einem Bleistift auf die Hand.
Patricia (erschrickt): Was tust du da?
Flavio: Wie fühlst du dich?
Patricia: Was weiß ich! Ich ärgere mich. Wenn du es nicht
wärst, würde ich böse werden. Du bist ein seltsames Kind, du
kannst erraten, was mit einem los ist.
Flavio: Ich habe dich gefragt, was du fühlst und nicht, was
du denkst, weil du zu viel denkst. Du mußt das Leben durch
dich hindurchlassen und dann auf die Antwort warten. Aber
du denkst und denkst! Du glaubst, wenn du mit einer Schau-
fel gräbst, wirst du schneller auf die Grundmauern stoßen.
Wenn du nur mit dem Finger kratzt, kommst du genau so
schnell voran. Setz nicht so sehr deinen eigenen Willen ein
und stöbere nicht so viel in deinem Kopf herum.
Man muß sich von der Seele vorwärts schieben lassen.
Flavio, 7 Jahre
Die Maske vor der Seele
Flavio: Ich suche eine neue Definition für das Wort "Freund".
Wir legen ein persönliches Wörterbuch an.
Mama: Vor kurzem habe ich eine schöne Umschreibung gele-
sen: "Ein Freund ist jemand, dem wir alles über uns erzählen
können."
Flavio: Das ist hübsch, aber es nützt mir nichts, zumindest
für meine Schulklasse. Du weißt doch, daß Alex mein bester
Freund ist, und trotzdem kennt er nur meine Maske, weiß er
das Wichtigste über mich nicht.
Mama: Was für eine Maske?
Flavio: Meine Maske ist meine Persönlichkeit. Ich bin Flavio,
ein achtjähriges Kind, beinahe achtjährig, bin ein ziemlich
guter Schüler, ein guter Kamerad, im Sport nicht so
geschickt. Aber all das ist nur ein Teilchen von dem, was ich
wirklich bin.
Mama: Kannst du mir sagen, wer du wirklich bist?
Flavio: Ich erzähle dir doch nichts anderes, seit ich drei
Jahre alt bin! Ich bin eine Seele, die mit vielen anderen
gekommen ist, um euch in diesem Zeitabschnitt des Planeten
zu helfen. Ich bin jetzt auf der Erde, die dicht ist, aber jetzt
ihren Weg ins Geistige beginnt. Um auf die Erde zu gelangen,
mußte ich durch die Sonne gehen, sonst hätte ich in dieses
Planetensystem nicht eindringen können. Dann habe ich
mich auf anderen Planeten, die nicht so physisch wie die
Erde sind, weiter vorbereitet. Das Universum ist der physi-
sche Körper Gottes, und wir Menschen kennen nur ein Teil-
chen vom Ganzen.
Man könnte sagen, daß eine Seele als Seele geboren wird,
wenn sie sich vom Kern des göttlichen Wesens loslöst. Sie
wandert dann durch viele Arten des Seins, durch verschiede-
ne Lebensformen, kehrt dann wieder zum Kern zurück, durch
viele Erfahrungen reicher. In diesem Sinne hat meine Seele
viel Erfahrung, aber auf dieser Welt, die schwierig für mich
ist, habe ich nur wenig Übung. Deshalb brauche ich viel Hilfe.
Flavio, 7 Jahre
Wünsche

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