Donnerstag, 4. Dezember 2008

Das Leben ist ein Zaubertrick


Bild von Peter Chastikov aus Estonia www.starchildglobal.com/

Spaziergang durch die Welt der Vorstellungen
Das Leben ist ein Zaubertrick

Alba


Hier spricht mein Bruder
Seit der Geburt meines Bruders Flavio weiß ich, daß wir eine
gemeinsame Aufgabe haben. Zunächst ging es darum, ihm die
Gesetze dieser Welt zu erklären. Er fragte ganz seltsame Dinge, wie
z.B.: Warum können die Irdischen nicht fliegen?, so wie er es in sei-
nen Träumen tut. Ich antwortete ihm gerne und geduldig. Manch-
mal schimpfte ich ihn aus, wenn er seinen Körper verließ, um mit
Mama zusammen zu sein. Er ist aus weniger dichtem Material als
ich, aber er hat es langsam gelernt, sich besser auf der physischen
Ebene zurechtzufinden.
Gemeinsam nehmen wir die Anwesenheit von Geistwesen wahr
und können unsere Erfahrungen mit ihnen austauschen. Unsere
Spiele machen uns großen Spaß. Wir erfinden lange Geschichten
mit vielschichtigen Persönlichkeiten, die in verschiedenen Dimen-
sionen und Zeiten leben und Abenteuer bestehen, die beurteilt und
nach Punkten bewertet werden. Einer von uns ist der Spieler, der
andere das Schicksal. Es müssen gewisse Regeln eingehalten wer-
den, und alles muß einen Zusammenhang haben.
Ich glaube, daß das Leben ein großes Spiel ist, und unsere Spie-
le sind ein Spiegel des Lebens.
Marcos, 11 Jahre


Hier spricht Ama
Wer gerne schreibt, kann jedes starke Erlebnis mit Leichtigkeit in
ein Buch umformen.
An einem Augusttag des Jahres 1989 luden mich Alba und
Nestor zu sich ein, und so lernte ich eine Familie kennen, in der es
freundlich zugeht und wo die Energien frei fließen können. Der
Umgang mit Marcos und Flavio fiel mir leicht. Sie waren die leben-
dige Bestätigung all meiner Theorien und Vorstellungen über die
Kinder des neuen Zeitalters, des 3. Jahrtausends, wie immer man
es nennen will.
Als uns Flavio die Struktur des Universums auseinandersetzte,
hatte ich das Gefühl, einen jener Tage zu erleben, die außerhalb der
Zeit existieren und die wir nur ganz selten erleben dürfen.
Im selben Augenblick dachte ich: Das müssen die Menschen
erfahren! Und so kam mir die Idee zu einem Buche, das diese wun-
derbaren Wahrheiten enthalten und weitergeben würde. Ich machte
mich unverzüglich an die Arbeit. Alba übergab mir die Aufzeichnun-
gen, die sie im Laufe der Jahre über die sonderbaren Erlebnisse mit
ihren Kindern angefertigt hatte. Es fanden sich Zeichnungen und
Skizzen, Notizen und allerlei Büchlein. Meine Mappe füllte sich. Das
Material des Buches, das ich über Flavio schreiben wollte, versprach
etwas ganz Besonderes. Ich führte unvergeßliche Gespräche mit
Marcos und Flavio, und das Bild rundete sich durch tiefe, ehrliche
Begegnungen mit Alba und Nestor ab. Mir stand klar vor Augen, wie
sehr dieses Buch alle Eltern und alle, die mit Kindern zu tun haben,
berühren würde. Das Gefühl, ein wertvolles Instrument zu sein,
erfüllte mich! Und dann kam plötzlich der Tag der Wahrheit, als ich
erkannte, daß es gar nicht nötig war, dieses Buch zu schreiben! Es
war längst geschrieben, und sein Autor hieß Flavio!
Ich mußte dieses wunderbare Material, das ich in Händen hielt,
nur für sich selbst sprechen lassen; es drückte alles, was ich zu
sagen hatte und noch viel mehr, klar und natürlich aus. Dann stell-
ten sich die Ideen ein, Kommentare wurden geschrieben, die Kapitel
ordneten sich, und die Überschriften kamen wie von selbst. Es war
ein hinreißendes Gruppenabenteuer, und zu Weihnachten 1989 hiel-
ten wir die Urschrift in Händen. Ich fuhr damit nach Europa, wo es
begeistert aufgenommen wurde. So kam es auch, daß die Überset-
zungen ins Englische, Französische und Italienische schon vorliegen.
Flavio ist älter geworden und drückt sich immer klarer und
bestimmter aus. Die Begeisterung für "sein" Buch führte zu Erweite-
rungen und neuen Definitionen. Aber eines Tages mußten wir damit
Schluß machen, der Verleger wartete! Er gab diesem Buch verant-
wortungsvoll und begeistert den letzten Schliff.
Wir erleben in diesem Buch eine weite und herrliche Welt,
erfüllt von einer Liebe, die größer ist als das, was wir täglich zu
erleben imstande sind.
Dankbar und staunend sehen wir diese Kinder ihre mächtigen Flügel
entfalten, während sie fröhlich das Spiel des "Irdischen" spielen.
Die Erde und die Sonne
Flavio, 5 Jahre


Spaziergang durch die Welt der Vorstellungen
Das Leben ist ein Zaubertrick
Mama: Halt den Fuß still, damit ich dir die Strümpfe anzie-
hen kann.
Flavio: Nein, laß meinen Fuß, laß mich alleine... (Er ver-
sucht, sich alleine den Strumpf anzuziehen.) Wußtest du, daß
ich nicht mein Fuß bin? Es ist zwar mein Fuß, aber ich bin
nicht mein Fuß; ich bin nicht mein Körper. Ich bin auch nicht
mein Kopf. Ich bin mehr als mein Körper.
Mama: Was willst du damit sagen?
Flavio: Ich will sagen, dies ist nicht die wirkliche Wirklich-
keit. Dies Leben ist ein Zaubertrick.
Mama: Wieso ein Zaubertrick?
Flavio: Ja, ein Zaubertrick, wie die Tricks des Zauberers auf
dem Geburtstagsfest. Was wir erleben, ist eine Täuschung.
Denn es gibt nur die Seele, und die ist bei Gott.
Flavio, 3 Jahre

Die Wirklichkeit
Flavio: Ich habe herausgefunden, daß die Wirklichkeit wahr
ist.
Mama: Und warum ist sie wahr?
Flavio: Weil es Gott gibt. Wenn es Gott nicht gäbe, wäre die
Wirklichkeit nicht da, weil die Wirklichkeit sich auf Gott
stützt. Gott hält die Wirklichkeit. Siehst du? So! (Er hält eine
Hand mit der Innenfläche nach oben und legt die andere dar-
auf.) Die ganze Wirklichkeit kommt von Gott.
Flavio, 4 Jahre


Der Terminkalender
Flavio: Was ist das für ein Heft? Es ist voller Buchstaben und
Zahlen.
Mama: Das ist mein Heft für Eintragungen. Da schreibe ich
jeden Tag hinein, was ich zu tun habe. Es ist der Terminka-
lender für dieses Jahr. Heute ist der 7. März 1985, der
Geburtstag deiner Großmutter. Siehst du? Da hab ich hinge-
schrieben: Geburtstag, damit ich es nicht vergesse. Ganz
vorne ist der Jahreskalender, und dann habe ich eine Seite
für jeden Tag, wo ich mir alles aufschreiben kann.
Flavio: Ah, ich verstehe! Genau so ist es mit dem Leben
innerhalb von Zeit und Raum. Aber die Menschen erinnern
sich nur an das Leben, das sie gerade leben. Und das Leben
geht weiter... Wenn ich ein Blatt umdrehe, dann ist dieses
Leben vorbei, und ich gehe in ein anderes Leben. Wußtest du,
daß es viele Arten von Leben gibt? So wie in deinem Kalen-
der verschiedene Formen, Zahlen und Buchstaben stehen...
Das menschliche Leben ist nur eine der möglichen Lebensfor-
men. Und das Leben ist Gott.
Flavio, 5 Jahre

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