Sonntag, 28. Dezember 2008

Jesus und der Sirius


Gespräche im Kreise der Familie
Die Bösen, das Leben und die Zeit
Flavio: Das Blut ist weiß, das Blut der Bösen ist rot.
Marcos: Wo hast du denn das her? Jedes Blut ist rot!
Flavio: Du hast es mir gesagt; du hast gesagt, das Blut der
Bösen ist rot, sie bringen einander um!
Marcos: So was kann ich dir nicht gesagt haben, weil alle
Menschen rotes Blut haben. Außerdem sind die Bösen, wenn
sie tot sind, nicht mehr böse, weil Gott aus ihnen die Bosheit
herausreißt. Man kann nicht bei Gott und böse sein.
Flavio: Klar, Gott ist in den Guten und in den Bösen.
Marcos: Ja, weil wir alle ein Teil Gottes sind, das ganze Uni-
versum ist Gott.
Flavio: Das Leben ist Gott, aber Gott ist außerhalb der Zeit.
Marcos: Er ist aber auch in der Zeit.
Flavio: Aber wenn wir sterben, gibt es keine Erinnerungen
mehr, weil es keine Zeit mehr gibt.
Marcos: Dann gibt es keine Zeit mehr und keine Bösen und
keine Guten; nur noch Leben, das Gott ist.
Marcos, 6 Jahre - Flavio, 3 Jahre


Die Form der Dinge
Marcos: Es gibt viele Arten von Leben. Alles hat Leben, weil
es Natur ist, und die Natur ist voller Leben. Sogar der Nebel
ist lebendig, hat was zu tun. Obwohl er von den Wolken
kommt, stammt er immer von Gott. Alles kommt von Gott.
Ein Auto zum Beispiel ist aus chemischen Produkten
gemacht, und diese chemischen Produkte nimmt man aus
uralten Fossilien, die schon Millionen Jahre lang tief in der
Erde begraben liegen. Der Mensch erschafft nichts Neues, er
mischt nur zusammen; alles sind Mischungen aus den Din-
gen, die in der Natur vorkommen. Manche Mischungen sind
falsch und gefährlich, sind nur gut für den Krieg, andere sind
gut, um gute Dinge daraus zu machen.
Flavio (begeistert): Ja! Gott hat alles erschaffen, alle Dinge
sind Teilchen von Gott, sogar die Geister... die Häuser, die
Autos, die Kleider, alles kommt aus Gott!
Marcos (ärgerlich): Aber sei doch kein Dummkopf! Du ver-
stehst überhaupt nichts von dem, was ich dir erkläre! Ich
sage dir doch, daß die Dinge von Menschen gemacht sind; sie
entstehen aus den Vermischungen von Dingen, die in der
Natur vorkommen. Wie kannst du sagen, daß ein Haus, ein
Auto oder die Kleider von Gott gemacht sind?
Flavio (lautstark): Aber nein, aber nein! Der Dummkopf bist
du! Gott hat die Form des Menschen gemacht und auch die
Formen aller Dinge, die existieren. Verstehst du nicht? Gott
hat die Ideen der Dinge gemacht, und ohne Ideen gibt es
keine Dinge!
Marcos, 7 Jahre - Flavio, 4 Jahre


Jesus und der Sirius
Mama: Kommt, Kinder, schlafen gehen! Macht die Augen zu
und sucht euch ein Sternchen am Himmel.
Flauio (lachend): Ich brauche gar nicht einzuschlafen, um zu
meinem Stern zu gehen, (macht die Augen zu) Bin schon auf
meinem Stern... Aber ich habe zwei Sterne, einen männlichen
und einen weiblichen, sie heißen Joseph und Maria.
Mama: Weißt du, daß die Eltern von Jesus so hießen? Hat dir
das deine Großmutter erzählt?
Flauio: Ich weiß nicht, kann mich nicht erinnern. Mein Stern
ist Mann und Frau, Maria und Joseph. Er ist sehr groß, die
ganze Welt hat Platz auf meinem Stern.
Marcos, schon beim Einschlafen, hört unser Gespräch, setzt
sich auf und sagt: Jesus kommt auch von einem Stern, vom
Sirius.
Mama (erstaunt): Woher weißt du denn das? Hat Papa dir
das erzählt?
Marcos: Nein, Papa hat mit mir nicht über Jesus gesprochen.
Papa zeigte mir eine Himmelskarte, wo die Namen der Ster-
ne draufstehen. Und ich weiß, daß Jesus vom Sirius kommt,
das ist der Stern der Willenskraft und der Liebe.
Mama: Woher weißt du denn das, hast du es gelesen?
Marcos: Ich sage dir doch, ich habe den Namen des Sterns
gelesen; das andere weiß ich einfach, keine Ahnung, woher.
Laßt mich jetzt schlafen, ich bin müde...
Flavio: Laß ihn, Mama, es stimmt, daß Jesus von einem
Stern kommt, wir kommen alle von einem Stern.
Marcos, 7 Jahre - Flavio, 4 Jahre

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