Dienstag, 27. Januar 2009

Das geistige Feuer



Das geistige Feuer

Das geistige Feuer hat die Aufgabe, den Verstand zu nähren und
mit Ideen zu versorgen.
Das geistige Wasser hilft dem Verstand, die Ideen aufzuneh-
men und zu überdenken.
Der Verstand arbeitet wie ein Computer. Er untersucht die
Eingaben über den Menschen.
Das geistige Wasser ist auch dazu da, das geistige Feuer zu
löschen, falls es einen Brand gibt.
Flavio, 6 Jahre


Geistiges Feuer Geistiges Wasser
Verstand Verstand
Die Erde
(Zu 1) Die Sonne und die Erde
Die Sonne gibt der Erde Energie.
Die Sonne ist eine Kugel aus Energie.
Die Sonne ist eine Schule für die Menschen.
Die Erde ist sehr dicht.
Die Sonne ist stofflich und geistig.
(Zu 2) Was hat die Erde?
(Zu 3) 1. Erde, Bäume, Autos
2. Berge, Menschen
3. Meer, Häuser, Gebäude
4. Blumen, Autobahnen
Flavio, 6 Jahre


Das System des Körpers
Seite unten:
(Zu 1) Das System des Körpers besteht aus der Seele, dem
Körper und dem Ich. Die Seele hat keine Form.
(Zu 2) Das Ich besteht aus Verstand, Gefühl und Erinnerung;
einige haben noch einen "Übersetzer".
Der Übersetzer empfangt die Wellen der höheren Energie, die
vom Stern kommt, und überträgt sie in Gedanken und Worte.
(Zu 3) Die Seele ist ein Teil von Gott.
Durch das Ich merkt man, daß man lebt.
Der Körper ermöglicht das Leben auf der Erde.
Das Ich ist das, was Körper und Seele vereint.
Das Ich dient dazu, die Seele im Körper festzuhalten.
(Zu 4) Als Gott die Materie erschuf, machte er auch die Zeit. Die
Materie wäre ohne Zeit gelähmt. Die Zeit ist das bißchen
Energie, das die Materie bewegt. Außerhalb der Zeit gibt
es nichts Materielles.
Flavio, 6 Jahre

Die Erde und die Menschen
Ich komme aus dem Kern der Sonne, um meinen Auftrag zu
erfüllen.
Zuerst ging ich zu Saturn, der der Erde ähnlich ist. Dann
kam ich zur Erde, die ein sehr schwieriger Planet ist, weil er
sehr physisch ist; er hat viel Materie und wenig Spirituelles.
Die neuen Wesen besitzen ein größeres mentales Zentrum.
Die Kinder, die jetzt geboren werden, kommen aus einer fort-
schrittlicheren Schule als dem Mars, zum Beispiel aus der
Sonne. Diese neuen Wesen werden dabei helfen, daß die Erde
keine allzu jähe Umwandlung erfährt; gemeinsam werden wir
gute Schwingungen erzeugen.
Die Menschen haben viel Physisches und wenig Spirituelles.
Deshalb haben sie die Worte "Nichts" und "Tod" erfunden. Das
Wort "Nichts" existiert für sich allein nicht, weil niemals etwas
sterben kann, was von Gott ist.
Alle menschlichen Wesen haben einen Körper und eine Seele.
Wir sind alle Teilchen, die aus Gott hervorgegangen sind.
Flavio, 6 Jahre


Stern
(Höhere Energie)
Die Sonne
stellt Gott dar Wellen
Verstand Übersetzer
Aufschlüsselung
Das Ich
Flavio, 6 Jahre

Die Erde und die Menschen
Ich komme aus dem
Kern der Sonne, um
meinen Auftrag zu
erfüllen. Zuerst ging ich
zum Saturn, der der
Erde ähnlich ist.
Dann kam ich zur Erde,
die ein sehr schwieriger
Planet ist, weil er sehr
physisch ist; er hat viel
Materie und wenig
Spirituelles.

Sonne
gelb: Geist Seelen
(Flavios Seele)
rot: Leben (irdisches)
blau: Materie
grün: mentales Zentrum Saturn
Erde

Die neuen Wesen besitzen ein Die Menschen haben viel
Physisches und wenig Spirituelles
größeres mentales Zentrum. Deshalb haben sie die Worte
"Nichts" und "Tod" erfunden. Das
Wort "Nichts" existiert für sich
Kindermissionare allein nicht, weil niemals etwas
sterben kann, was von Gott ist.
Mentales Alle menschlichen Wesen haben
Zentrum einen Körper und eine Seele.
Die Kinder, die jetzt geboren
werden, kommen aus einer
fortschrittlicheren Schule als
dem Mars, zum Beispiel aus
der Sonne. Diese neuen Wesen
werden dabei helfen, daß die
Erde keine allzu jähe
Umwandlung erfährt;
gemeinsam werden wir gute
Schwingungen erzeugen.
Erde
M Geist Wir sind alle
a Teilchen, die
t aus Gott
e hervorgegangen
r sind
i
e
Flavio
+Materie
- Geist
Erde
Wandlung zum
Geistigen

Der Magnet der Liebe



Der Magnet der Liebe

Papa: Hallo, mein Junge! Wie geht es in der Schule?
Flavio: Ganz gut, ich gehe eigentlich gern zur Schule. Ich bin
noch ein bißchen neu hier auf der Erde und muß erst lernen,
hier zu leben. In der Schule lerne ich auch, mit anderen
zusammenzuleben. Dort bin ich nicht so von euch beschützt.
Mama: Hast du irgendein Problem? Wie kommst du mit der
Lehrerin und den Mitschülern aus?
Flavio: Wenn sie sich nicht streiten, fühle ich mich wohl. Ich
streite nicht gerne, aber manchmal muß ich mich verteidigen.
Ich vertrage mich sehr gut mit Alex, der seit dem Kindergarten
mein bester Freund ist. Aber jetzt habe ich mehrere
Freunde, da ich mehr Kontrolle über meinen Liebesmagneten
habe und mehr Kinder anziehen kann.
Papa: Ein Liebesmagnet?
Flavio: Wir haben alle einen Liebes- und einen Haßmagneten
in uns. Der Liebesmagnet zieht alles an, was Liebe enthält.
Wenn wir es zu kontrollieren verstehen, kann die Liebe den
Haß wie eine Kapsel umgeben. Die Liebe ist geordnet wie die
Buchstaben und Wörter in einem Buch. Der Haß ist ein
Durcheinander, ein Wirbel, alles ist vermischt. Ein Mensch
ist schlecht, wenn sich seine Haßkapsel öffnet, dann zieht er
schlechte Menschen an, und es ereignen sich böse Dinge. Es
ist wegen dieser Anziehung des Haßmagneten, daß sie sich
streiten und schlecht behandeln, sie lieben sich auf eine
verworrene, ungeordnete Art und Weise.
Die Liebe dagegen hilft dir, die Dinge auf eine Art zu verste-
hen, die nicht über den Verstand geht, sondern über das
Herz. Dann zieht man die Leute an, die auch über den
Liebesmagneten verfügen. Eure Liebe zum Beispiel hat mir
geholfen, hierher zu kommen.
Papa: Wie war das?
Flavio: Die Liebe ist ein Kanal zu deinem Stern. Eure Eltern
liebten sich sehr, und auch ihr seid mit Liebe aufgewachsen.
Der Magnet eines jeden hat den anderen angezogen, und
gemeinsam habt ihr einen sehr starken Magneten geschaf-
fen. Das haben Marcos und ich wie ein Licht gesehen, das
uns angezogen hat.
Mama: Aber Marcos ist ganz schön streitsüchtig!
Flavio: Marcos ist ganz anders als ich, er kann seinen Körper
und seinen Verstand besser gebrauchen. Er ist auch voller
Liebe, aber er ist gekommen, um die rote Farbe zu erleben,
die Kraft in der Liebe. Seine Kraft hat mir geholfen, den Weg
zu öffnen, (lacht) Natürlich habe ich es nicht gern, wenn er
seine Kraft gegen mich verwendet!
Flavio, 6 Jahre


Weihnachten 1989
Wir bereiten ein Krippenspiel vor. Flavio schreibt die Dialoge. Er
kommt auf den Gedanken, daß nicht nur die Personen, sondern
auch ihr Stern vertreten sein sollen, das heißt, die Verbindung
eines jeden mit seiner Seele.
Er erklärt uns: Jesus war ein ganz besonderes Wesen, er
bedeutet den Anfang des Geistigen in der Menschheit. Er
kam vom Sirius, dem Stern der Liebe. Jesus ist ein Spiegel,
der für die Christen das Bild Gottes widerspiegelt. Jetzt wer-
den die Religionen nicht mehr notwendig sein, weil jeder Gott
in seinem Inneren finden wird.
(Jede Person trägt einen goldenen Papierstern in der Hand;
manchmal spricht die Person, manchmal sein Stern. Der Stern
stellt den Kern der Seele jedes Menschen dar.)
Der Stern von Bethlehem (Sirius): Ich bin Sirius, der Stern
der Liebe. Ich bin Sirius, du bist Sirius, wir alle sind Sirius.
Ich bin die grenzenlose Liebe, und ich bin auch der Haß, das
ist die begrenzte Liebe.
Ich komme zu diesem Planeten, weil er viel Liebe braucht für
eine Zeit der größeren Geistigkeit in seiner Entwicklung. Es
gibt viele Wesen, die verwirrt sind, voller Haß. Der Haß war
nie böse. Er ist nur Liebe, die den Weg der Freiheit nicht findet.
Ich bin die grenzenlose Liebe, die wahrhaft freie Liebe.
(Betrachtet das Jesuskind) Wird dieses Wesen den Menschen
helfen können? Wird es die Menschen die Liebe lehren kön-
nen durch sein Beispiel?
Jesuskind: Wie schwierig ist diese Welt! Das einzige, was die
Entwicklung dieses Planeten fördern kann, ist die Liebe. In
dieser so dichten Welt vergessen die Wesen ihren Stern.
Herodes: Man sagte mir, daß ein Kind geboren sei, das König
der Juden werden soll. Das kann nicht sein! Ich weiß nicht,
wer es ist, aber ich werde alle kleinen Kinder töten lassen.
Niemand wird mir den Thron rauben!
Stern des Herodes (traurig): Ich weiß nicht, was ich mit die-
sem verwirrten Wesen tun soll. Er kennt den Weg der Frei-
heit nicht. Er will nur die Macht, ist voller Haß und findet
die Liebe nicht. Er trägt eine Krone, die ihm das Kronen-
chakra verriegelt. Er hat die Verbindung zu seinem Stern
unterbrochen, zum Kern seiner Seele.
König Kaspar (der König Arthur des Mittelalters): Wir folgen
einem Stern. Wir wissen, daß ein Kind geboren wurde, das
eine große Wende in der Menschheitsgeschichte bringen
wird.
Der Stern von König Kaspar: Du mußt diesem Wesen helfen,
das mit einer schwierigen Mission zur Erde gekommen ist.
Du wirst noch öfters kommen müssen.
Du trägst eine offene Krone und wirst die Verbindung mit
mir nicht verlieren, ich bin dein innerstes Wesen. Du wirst
Macht und Weisheit besitzen.
Römischer Soldat: Dieses Kind in der Krippe berührt mein
Herz.
Stern des römischen Soldaten: Die Zeit Roms geht ihrem
Ende zu. Roma, von rückwärts gelesen, heißt Amor — Liebe.
Jetzt kommt die Zeit der Liebe auf die Erde, wirf dein
Schwert fort und folge der Liebe.
Der Engel der Verkündigung: Maria, du wirst ein ganz beson-
deres Kind bekommen, du wirst sehr geduldig sein müssen.
Er kommt, um der Welt die Liebe zu bringen.
Flavio, 8 Jahre


Meine Büchlein
Sobald ich schreiben konnte, begann ich meine "Büchlein"
zusammenzustellen. Ich zeichnete und malte und verfaßte ganz
alleine den Text zu den Bildern. Wenn alles fertig war, zeigte ich
es meinen Angehörigen mit großem Vergnügen.
Auf den Seiten meiner Büchlein konnte ich die Themen
zusammenfassen, über die ich gerade gerne sprach; mit den
ersten Bildentwürfen hatte ich die Möglichkeit, meine Vorstel-
lungen klarer auszudrücken.
Ich betrachtete meine Büchlein als ein Spiel, denn es machte
mir Spaß, sie anzufertigen; aber ich denke, daß sich darin schon
meine "Berufung zum Schreiben" zeigte. Ich wußte bereits, was
meine Aufgabe auf der Erde ist, und begann sie auf diese Weise
zu erfüllen.
Flavio, 8 Jahre

Dienstag, 20. Januar 2009

Gott und die Liebe


sonne der bretagne by jan schumacher

Gott und die Liebe

Flavio umarmt seine Mama in einer Anwandlung von Zärtlichkeit.
Ich habe dich so lieb, Mama! Ich bin glücklich, weil ich dich so
lieb habe... Aber ich kann dich auch liebhaben, wenn du nicht
meine Mutter bist; ich kann jeden sehr liebhaben, genauso sehr
wie dich. Wenn man einen Menschen sehr liebt, hat man alle lieb.
Ich habe dich lieb, weil wir Teilchen sind, die aus Gott
gekommen sind! Alle Menschen sind Teilchen von Gott! Gott ist
in allen Welten, er ist in Teilchen aufgeteilt, er ist überall, und er
ist auch in der Leere. Jede Welt ist ein Teil von Gott. Aber Gott
ist auch im Raum, Gott ist alles, was es gibt, alles, alles, was
man anfassen kann und was man nicht anfassen kann, was man
sieht und was man nicht sieht. Gott stirbt nie, aber damit man
lebendig ist, muß man ein Teil sein, der aus Gott kommt. Ich
glaube, ich bin ein Teilchen, das aus dem Herzen Gottes gekom-
men ist. Na ja, nicht wörtlich gemeint, weil Gott keinen Körper
hat, ich will sagen, ich komme aus der Liebe Gottes.
Weißt du, Mama, wenn ich in den Bußwinkel geschickt
werde, geht es mir sehr gut, weil ich nicht denke. Denken ist
nach innen sprechen, und ich bin innerlich still. Dann bin ich
das, was aus Gott gekommen ist, und bleibe dort. Aber glaube
nicht, daß da ein Loch bleibt, wo ich herausgekommen bin, weil
Gott, auch wenn er in Teile geteilt ist, immer ganz bleibt.
Flavio, 4 Jahre

Die Dinge Gottes
Flavio: Mama, was für eine Religion hast du?
Mama: Ich habe keine Religion. Ich bin als Christin erzogen
worden, aber es ist für mich nicht wichtig, einer Religion
anzugehören. Ich glaube, daß Gott Liebe ist.
Flavio: Ja, aber Gott ist nicht nur Liebe. Er ist auch Haß.
Alles kommt von Gott. Auch der Haß. Es stimmt, daß
menschliche Wesen herauskommen, wenn sich Gottes Liebe
öffnet. Haß ist der zusammengeknüllte Teil Gottes, Liebe ist
der Teil, wo er offen ist.
Mama: Was meinst du mit "zusammengeknüllt"? Was soll das
heißen?
Flavio: Zusammengeknüllt, so (er nimmt eine Papierserviet-
te). Alles zusammengeschoben, zerdrückt. Haß ist gefesselte
Liebe. Die Liebe dagegen ist nicht zusammengeknüllt und
nicht getrennt, sie ist normal. Siehst du? (Nimmt ein Buch)
So wie diese Buchstaben, sie sind nicht zusammengedrückt,
nicht zu eng beisammen und nicht zu weit voneinander
getrennt, sie sind geordnet. Deshalb kann man sie lesen. Soll
ich dir erzählen, was die Menschen machen?
Mama: Ja natürlich, erzähl mir.
Flavio: Die Seele geht aus Gott hervor und zieht sich ein
Kleid an. So entstehen die Menschen. Es gibt sowas wie ein
Ankleidezimmer, wo alle Kleider hängen. Gott sagt der Seele,
welches Kleid sie anziehen soll. Das Kleid ist der Körper. Die
Form des Körpers richtet sich nach der Welt, in die die Seele
gehen will. Mir hat er das Kleid für die Erde gegeben. Die
Menschen haben alle dasselbe Aussehen, so wie du, wie ich,
wie Marcos. Na ja, es ist schon ein Unterschied, aber nur im
Gesicht. Die Frauen sind auch verschieden von den Männern,
aber der Unterschied ist nicht so groß.
Zuerst hat Gott existiert, nicht die Welten. Damals gab es
nur Gott. Alles, was es jetzt gibt, war damals in Gott. Die
Planeten leben auch. Alles lebt. Die Steine zum Beispiel
haben in sich eine Form, aber diese Form sieht man nicht.
Mama: Was willst du damit sagen? Das verstehe ich nicht.
Flavio: Schreib auf, irgend jemand wird es verstehen. Das
erste, was nach Gott existierte, waren die Welten... Das Uni-
versum... Man lebt immer, immer! Auch wenn man stirbt...
Weil auch nach dem Sterben die Seele da ist. Die Zeit ist das,
was zwischen dem Geborenwerden und dem Sterben ist. Man
kann ein Mensch werden oder ein Planet.
Mama: Woher weißt du denn diese Dinge?
Flavio: Ich weiß alles durch Gott.
Die Dinge, die ich weiß, weiß ich durch Gott.
Um die Dinge Gottes zu entdecken, muß ich an Gott denken.
(Er macht die Augen zu und bleibt entspannt und entrückt
sitzen.) Nach einigen Sekunden des Schweigens sagt er froh:
Mein Sonnenlicht ist angegangen!
Mama: Was willst du damit sagen?
Flavio: Das ist so, wie wenn man sagt: Mir ist ein Licht auf-
gegangen!
Flavio, 5 Jahre

So werden die Babys geboren




Hund, der an einer Blume im Garten
des Landhauses schnuppert.
Flavio, 5 Jahre


So werden die Babys geboren
Marcos: Hast du gesehen, daß Tante Christina einen Bauch hat?
Sie wird ein Baby bekommen.
Flavio: Sie wird ein Junges bekommen. Wie werden denn hier die
Babys gemacht?
Marcos: Schau, die Sache ist so: Der Papa und die Mama kommen
zusammen und machen ein Baby. Damit ihre Energien sich verbin-
den können, müssen sich Teile ihres Körpers verbinden. Der Papa
legt eine Art von Samenkörnchen in den Bauch der Mama. Dort ver-
bindet es sich mit einem anderen Samenkörnchen von der Mama
und zusammen machen sie ein Kinder-Eichen. Das Baby in der Mut-
ter wächst und wächst, bis es fertig ist und herauskommen kann.
Dann strengt sich die Mutter sehr an, und das Baby wird geboren.
Während der ganzen Zeit nährt die Mutter es mit ihrer Energie.
Flavio: Das ist aber sehr schwierig hier, ein Baby zu bekommen.
Alles geht sehr über das Physische!
Marcos: Na klar, du Dummkopf, hier sind die Dinge eben so!
Flavio: Ja, sie sind schrecklich! Vor der Geburt hat man noch keine
Kruste, noch kein Ich und befindet sich in einem anderen Körper.
Alles berührt dich sehr stark. Deshalb bin ich in Mamas Gedanken
geblieben! In anderen Welten ist alles viel einfacher.
Marcos: Kannst du dich erinnern?
Flavio: Ja natürlich! Es gibt zum Beispiel Welten, wo sich zwei
Pole treffen; ein Pol gibt dem anderen seine ganze Kraft, ein Pol
bekommt das Kleine, und der andere Pol stirbt. Wenn das Kleine
sich schon alleine mit Energie versorgen kann, stirbt auch der
zweite Pol, oder besser gesagt, er steigt zu einer höheren Ebene
auf. Auf denen ist es noch einfacher: Da gibt es kein Geschlecht,
keine Pole, man wird nicht.geboren, und man stirbt auch nicht.
Marcos, 8 Jahre - Flavio, 5 Jahre


Die Zahlen
Flavio: Weißt du, Marcos, ich kann schon bis hundert zählen!
Wieweit kann man eigentlich zählen?
Marcos: Man kann bis ins Unendliche zählen. Du kannst
immer weiterzählen, aber dein Leben reicht nicht aus, um
ans Ende der Zahlen zu kommen.
Flavio: Sag mir doch ganz große Zahlen.
Marcos: Na ja, es gibt die Millionen, die Billionen, die Trillio-
nen, zum Beispiel acht Millionen dreihundertvierundzwan-
zigtausend. Die Trillionen haben viele Nullen, ich weiß gar
nicht, wie viele.
Flavio: Manche "Rechnereien" sind schrecklich.
Marcos: Man sagt nicht Rechnereien, sondern Berechnungen.
Du wirst schon noch das Rechnen lernen. In der ersten Klas-
se lernst du addieren und subtrahieren. Aber es scheint, daß
die wirklich wichtigen Zahlen die Eins und die Null sind. Von
daher kommen alle Zahlen.
Flavio: Klar. Eins ist das Leben, die Null ist das Nichts. Die
Null ist keine Zahl, sie ist das Unendliche der Zahlen. Und
alle, die Null und die Eins, die Fülle und die Leere, sind Gott.
Marcos, 8 Jahre - Flavio, 5 Jahre

Sonntag, 28. Dezember 2008

SIRIUS......Gespenster


http://askville.amazon.com/SimilarQuestions.do?req=Dog+Star+reference+constellation+specific+star+Astronomy

Gespenster

Ricardo* (aufgeregt): Mama, Papa, diese Kinder sagen, daß
es Gespenster gibt! Nicht wahr, das stimmt nicht? Es gibt sie
nicht, es gibt sie nicht!
Marcos (ruhig): Natürlich gibt es sie. Aber ich habe dir doch
gesagt, daß sie dir nichts tun können; sie sind Energie ohne
Materie, sie können dich nur erschrecken. Du brauchst dich
vor ihnen nicht zu fürchten; sie können dir nur leidtun, sie
sind wie eine Wolke in menschlicher Gestalt. Es sind die See-
len, die den Weg zu Gott nicht finden können.
Papa: Warum erzählt ihr uns nicht, was geschehen ist?
Ricardo: Wir gingen die Stiege hinauf, es war dunkel, und wir
sahen, daß sich etwas bewegte, wie ein Schatten. Ich erschrak
und sagte: Das sieht aus wie ein Gespenst, und er (zeigt auf
Marcos) sagte: Ja, natürlich ist es ein Gespenst, und daß es
überall Gespenster gibt. Da bekam ich Angst. Ihr sagt doch
immer, daß es keine gibt! Dieser Junge ist ein Lügner!
Marcos: Ich habe dir die Wahrheit gesagt. Ich sagte dir auch,
daß du dich nicht zu fürchten brauchst. Die Gespenster kön-
nen durch die Wand gehen, aber sie können dich nicht anfas-
sen. Sie haben keinen Körper, aber sie haben Verstand. Sie
haben Energie, aber keine Materie. Weißt du, was die Mate-
rie ist? Materie kann man anfassen. Wenn man stirbt, läßt
man seine Kleider zurück, das ist der Körper, aber manchmal
bleibt die Unterwäsche liegen; die schwebt dann in der Nähe
der Erde und kann nicht nach oben.
Flavio (schüchtern): Ja, ja so ist es, das stimmt.
Ricardos Eltern: Na ja, diese Kinder scheinen zuviel Fernse-
hen abbekommen zu haben...
Marcos: Das haben wir nicht aus dem Fernsehen, das sind
wahre Ideen.
Mama: Nun gut, Marcos, wir werden später darüber spre-
chen. Sucht eure Spielsachen zusammen, wir müssen gehen,
es ist schon spät.
* Ein Freund, den die Kinder während der Ferien in Brasilien kennenlernen.
Wir gehen am Strand entlang zum Haus zurück.
Mama: Ihr müßt ein bißchen vorsichtiger sein, wenn ihr mit
anderen Leuten redet. Ihr wißt schon, daß nur wenige das
verstehen können, was ihr denkt. Wir respektieren euch zu
Hause, aber mit anderen Leuten könnt ihr da Schwierigkei-
ten bekommen.
Papa: Dieser Junge hatte große Angst, deshalb war er so erbost.
Marcos: Er hat das Gespenst gespürt, aber er konnte es nicht
annehmen.
Flavio: Er glaubt mehr an seine Mama und seinen Papa als
an das, was er selbst spürt.
Papa: Du kennst dich auch mit den Gespenstern aus?
Flavio: Na klar, als ich geboren wurde, war das hier für mich
wie eine Welt von Gespenstern, von physischen Gespenstern.
Ich hatte genau dieselbe Angst wie dieser Junge. Um phy-
sisch zu sein, mußt du erst einmal geboren werden. Um ein
Gespenst zu sein, mußt du erst einmal die Anstrengung
machen und sterben.
Mama: Was meinst du mit Anstrengung?
Flavio: Ich will sagen, daß die Menschen, die später Gespen-
ster sind, sehr ungern gestorben sind; sie wollten nicht ster-
ben. Deshalb schweben sie nicht zur Sonne, sondern bleiben
in der Nähe der Erde. Die Gespenster haben vergessen, daß
wir alle aus Gott kommen und nach dem Tod wieder zu Gott
zurückkehren.
Wenn wir alle zusammen wieder bei Gott sind, wird niemand
mehr sterben oder geboren werden. Aber das Leben wird wei-
tergehen. Weil Gott das Leben ist, und Gott hört nie auf.
Wenn du stirbst, dann schwebst du nach oben... nach oben...
bis zur Sonne, aber dann geht es noch weiter. Da sieht man
dann nichts mehr, weil es dort nichts mehr zu sehen gibt.
Gott hat keine Form.
Wenn du dein Leben beginnst, gibt dir Gott eine Form und
schickt dich zu einem Planeten. Vor der Geburt schwebt man
über dem Planeten, und mit diesen Augen (er zeigt auf sein
Herz) sieht man sich den Planeten an, wo man ankommen
will. Na ja, es sind nicht genau Augen, aber so ähnlich, weil
man ja noch keinen Körper hat. Das wirkliche Kleid, das wir
haben, ist der Körper. Auf jedem Planeten gibt es spezielle
Kleider. Jeder Planet hat seine Farbe. Manchmal geht man zu
anderen Planeten, manchmal kommt man viele Male zum sel-
ben. Gott zeigt dir die Dinge, die du tun sollst, er schreibt sie
dir in deine Erinnerung.
Papa: Welche Dinge?
Flavio: Damit ich auf diesem Planeten leben kann, hat mir
Gott die Worte "nein" und "ja" eingeprägt und auch das Wort
"Uhr". Die wichtigeren Dinge werde ich sagen können, wenn
ich mit den Worten besser umgehen kann. Ich muß zur Schu-
le gehen, um mehr Wörter zu lernen, um mehr von der Erde
zu wissen. Aber ich glaube auch, Marcos, daß wir von diesen
Dingen mit anderen Kindern nicht reden können. Sie bekom-
men Angst, so wie ich Angst vor dem Physischen hatte. Die
Eltern erlauben ihnen nicht, die nicht-physische Wirklichkeit
zu sehen.
Marcos, 8 Jahre - Flavio, 5 Jahre


Hund, der an einer Blume im Garten
des Landhauses schnuppert.
Flavio, 5 Jahre

Jesus und der Sirius


Gespräche im Kreise der Familie
Die Bösen, das Leben und die Zeit
Flavio: Das Blut ist weiß, das Blut der Bösen ist rot.
Marcos: Wo hast du denn das her? Jedes Blut ist rot!
Flavio: Du hast es mir gesagt; du hast gesagt, das Blut der
Bösen ist rot, sie bringen einander um!
Marcos: So was kann ich dir nicht gesagt haben, weil alle
Menschen rotes Blut haben. Außerdem sind die Bösen, wenn
sie tot sind, nicht mehr böse, weil Gott aus ihnen die Bosheit
herausreißt. Man kann nicht bei Gott und böse sein.
Flavio: Klar, Gott ist in den Guten und in den Bösen.
Marcos: Ja, weil wir alle ein Teil Gottes sind, das ganze Uni-
versum ist Gott.
Flavio: Das Leben ist Gott, aber Gott ist außerhalb der Zeit.
Marcos: Er ist aber auch in der Zeit.
Flavio: Aber wenn wir sterben, gibt es keine Erinnerungen
mehr, weil es keine Zeit mehr gibt.
Marcos: Dann gibt es keine Zeit mehr und keine Bösen und
keine Guten; nur noch Leben, das Gott ist.
Marcos, 6 Jahre - Flavio, 3 Jahre


Die Form der Dinge
Marcos: Es gibt viele Arten von Leben. Alles hat Leben, weil
es Natur ist, und die Natur ist voller Leben. Sogar der Nebel
ist lebendig, hat was zu tun. Obwohl er von den Wolken
kommt, stammt er immer von Gott. Alles kommt von Gott.
Ein Auto zum Beispiel ist aus chemischen Produkten
gemacht, und diese chemischen Produkte nimmt man aus
uralten Fossilien, die schon Millionen Jahre lang tief in der
Erde begraben liegen. Der Mensch erschafft nichts Neues, er
mischt nur zusammen; alles sind Mischungen aus den Din-
gen, die in der Natur vorkommen. Manche Mischungen sind
falsch und gefährlich, sind nur gut für den Krieg, andere sind
gut, um gute Dinge daraus zu machen.
Flavio (begeistert): Ja! Gott hat alles erschaffen, alle Dinge
sind Teilchen von Gott, sogar die Geister... die Häuser, die
Autos, die Kleider, alles kommt aus Gott!
Marcos (ärgerlich): Aber sei doch kein Dummkopf! Du ver-
stehst überhaupt nichts von dem, was ich dir erkläre! Ich
sage dir doch, daß die Dinge von Menschen gemacht sind; sie
entstehen aus den Vermischungen von Dingen, die in der
Natur vorkommen. Wie kannst du sagen, daß ein Haus, ein
Auto oder die Kleider von Gott gemacht sind?
Flavio (lautstark): Aber nein, aber nein! Der Dummkopf bist
du! Gott hat die Form des Menschen gemacht und auch die
Formen aller Dinge, die existieren. Verstehst du nicht? Gott
hat die Ideen der Dinge gemacht, und ohne Ideen gibt es
keine Dinge!
Marcos, 7 Jahre - Flavio, 4 Jahre


Jesus und der Sirius
Mama: Kommt, Kinder, schlafen gehen! Macht die Augen zu
und sucht euch ein Sternchen am Himmel.
Flauio (lachend): Ich brauche gar nicht einzuschlafen, um zu
meinem Stern zu gehen, (macht die Augen zu) Bin schon auf
meinem Stern... Aber ich habe zwei Sterne, einen männlichen
und einen weiblichen, sie heißen Joseph und Maria.
Mama: Weißt du, daß die Eltern von Jesus so hießen? Hat dir
das deine Großmutter erzählt?
Flauio: Ich weiß nicht, kann mich nicht erinnern. Mein Stern
ist Mann und Frau, Maria und Joseph. Er ist sehr groß, die
ganze Welt hat Platz auf meinem Stern.
Marcos, schon beim Einschlafen, hört unser Gespräch, setzt
sich auf und sagt: Jesus kommt auch von einem Stern, vom
Sirius.
Mama (erstaunt): Woher weißt du denn das? Hat Papa dir
das erzählt?
Marcos: Nein, Papa hat mit mir nicht über Jesus gesprochen.
Papa zeigte mir eine Himmelskarte, wo die Namen der Ster-
ne draufstehen. Und ich weiß, daß Jesus vom Sirius kommt,
das ist der Stern der Willenskraft und der Liebe.
Mama: Woher weißt du denn das, hast du es gelesen?
Marcos: Ich sage dir doch, ich habe den Namen des Sterns
gelesen; das andere weiß ich einfach, keine Ahnung, woher.
Laßt mich jetzt schlafen, ich bin müde...
Flavio: Laß ihn, Mama, es stimmt, daß Jesus von einem
Stern kommt, wir kommen alle von einem Stern.
Marcos, 7 Jahre - Flavio, 4 Jahre

Samstag, 20. Dezember 2008

Der Wächter der Pflanzen



Quelle: pixelio.de (by "geralt") www.lunaria.at


Der Wächter der Pflanzen

Die Familie befindet sich im Dachgarten des Hauses.
Papa: Was siehst du denn?
Marcos: Zwischen den Pflanzen bewegt sich was. Es sieht aus
wie ein großer Wassertropfen, grün, durchsichtig mit großen
Augen. Es schwebt über den Pflanzen. Erst war ich
erstaunt... Uiiiii! Jetzt ist es weg! Ich werde es zeichnen, so
vergesse ich es nicht.
Mama: Was ist denn das, was du gesehen hast?
Marcos: Es ist der Schutzengel der Pflanzen. Er kommt wie
ein Geist und verschwindet wieder. Die Menschen haben auch
einen Schutzengel, jeder einen für sich, aber die Pflanzen
brauchen das nicht; sie haben einen Wächter, der überall her-
umgeistert. Der Wächter unserer Pflanzen heißt Zul. Er küm-
mert sich auch um die Pflanzen unten im Haus, um die Pflan-
zen in den Blumentöpfen. Er erscheint überall im Hause, wo
es Pflanzen gibt, aber man kann ihn nicht im Spiegel sehen.
Marcos, 7 Jahre


So wird eine Stadt erbaut.
Gespielt von Marcos, 10 Jahre, und Flavio, 7 Jahre.


Das Spiel des Schicksals
Als ich acht Jahre alt war und mein Bruder fünf, machten wir
eine lange Autoreise. Ich langweilte mich und erzählte Flavio
eine Geschichte. Als ich damit zu Ende war, fragte mich mein
Bruder, was passiert wäre, wenn die Hauptperson die Wahl
gehabt hätte, anders zu handeln, etwas anderes zu tun. Ich ging
darauf ein und erzählte ihm, was dann alles hätte geschehen
können, und wir bauten die ganze Geschichte aufgrund der geän-
derten Entscheidung um. Seit diesem Zeitpunkt erfanden wir
viele Geschichten, in denen der eine der Erzähler ist und der
andere die Hauptperson. Es machte uns so viel Spaß, daß wir
das Ganze immer weiter ausbauten und Regeln und Spitzfindig-
keiten erfanden. Manchmal dauerten die Geschichten über
Monate oder Jahre hinweg, immer mit derselben Hauptfigur.
Manche Spielgeschichten befassen sich noch mit dessen Nach-
kommen und schließen Jahrhunderte der Spielzeit ein.
Als wir den Turm des Universums zeichneten, kam uns die-
ses System sehr zugute, um die verschiedenen Ebenen und
Dimensionen handhaben zu können.
Der Erzähler stellt das Schicksal dar, ein Aspekt Gottes. Er
gibt der Hauptfigur die Form und alles, was dazu gehört.
Die Hauptfigur wählt die Umstände und den Zeitpunkt ihres
Auftretens. Wenn sich die Figur in unserer oder einer bekannten
historischen Zeit aufhält, muß sie die wirklichen Gegebenheiten
berücksichtigen, kann sie aber trotzdem durch ihr Handeln
beeinflussen. Wenn das Spiel in der nahen Zukunft stattfindet,
müssen die Wahrscheinlichkeiten respektiert werden. In ande-
ren Ebenen und Dimensionen schildert der Erzähler die näheren
Umstände des Raum-Zeit-Geschehens.
Das ganze Spiel beruht auf dem Grundsatz der Gleichzeitigkeit;
wie deutlich die Figur herausgearbeitet wird, hängt von der Auf-
merksamkeit ab. Wir verwenden Würfel oder Karten, um die Eigen-
schaften der Hauptfigur und seiner Handlungen zu bestimmen.
Der Erzähler darf während des ganzen Spiels nicht ausge-
wechselt werden, wohl aber sind mehrere Spieler zur gleichen
Zeit erlaubt. Der Spieler hat Gewalt über seine Entscheidungen,
aber der Erzähler bestimmt die Umstände.
Spielregeln:
1. Zuerst werden Dimension, Ebene, Zeit und Raum bestimmt.
2. Dann wird festgelegt, wer die Hauptfigur ist und in welchen
Umständen sie sich zu Beginn der Geschichte befindet.
3. Mit Hilfe von Würfeln oder Karten werden die Eigenschaften
des Spielers festgelegt, immer nach dem Grundsatz der
Gleichzeitigkeit!
4. Das Spiel beginnt in einem Augenblick, in dem die Hauptfi-
gur eine Entscheidung trifft.
5. Das Spiel kann mit dem Tode der Hauptfigur enden, erlaubt aber
auch die Möglichkeit, weitere Inkarnationen zu durchlaufen.
Marcos, 13 Jahre


Karma - eine Geschichte
Ich drehe mich um und sehe ein Licht. Es ist weiß und sehr stark,
und es ist nicht Verlangen oder Neugier, was mich zu ihm hintreibt,
sondern seine unwiderstehliche Anziehungskraft, die weit über die
Gesetze der Schwerkraft hinausgeht. Es ist so, wie wenn man sehr
schnell durch einen Tunnel fährt. Langsam wird es größer. Ich laufe
auf das Licht zu. Nein, so ist es nicht. Ich fühle meinen Körper gar
nicht mehr, sondern nur dieses Licht, von dem ich ein Teil bin. Ich
schaue hinter mich. Da sehe ich ein orangefarbenes Licht, das mich
mit einer Welle von Energie überflutet. Ich habe keine Zweifel
mehr. Jetzt sehe ich unser Haus. Ich kann durch die Wände hin-
durchsehen. Ich erblicke meinen Körper, der ausgestreckt im Bett
liegt. Ein Arzt ist bei meiner Mutter und sagt ihr, daß nichts mehr
zu machen sei, daß ich im Schlaf wegen einer undichten Gasleitung
im Zimmer gestorben sei. Meine Mutter weint, mein Vater tröstet
sie, aber er weint auch. Ich möchte den beiden sagen, daß es mir
gutgeht, ja daß es mir nie besser gegangen ist.
Ich sehe einen tunnelartigen Aufzug, der sich auf meinen Kör-
per richtet, aber ein Drittel von ihm ist blockiert. Ein unüber-
schreitbarer Graben trennt mich von unserem Haus, und es besteht
sogar die Gefahr, an diesem Streifen hängenzubleiben.
Jetzt erinnere ich mich, daß am Tag vor meinem Tode unser
Gasofen explodierte. Dann kam ein Klempner, aber er machte seine
Arbeit schlecht.
Ich erinnere mich an ein Gesicht. Ein Gesicht, das mir in meinem
Leben sonst nichts bedeutet hätte. Alles paßt zusammen wie bei
einem Puzzle. Ich habe diesen Mann schon einmal gesehen. Es war
ein zum Tode Verurteilter. Er war dazu verurteilt, in der Gaskammer
zu sterben. Ich war der Richter, der das Urteil gefällt hatte, obwohl
ich von seiner Schuld nicht überzeugt war. Aber die Geschworenen
hatten einen unerträglichen Druck auf mich ausgeübt!
Ich sehe ihn atmen, sehe, wie er seinen letzten Atemzug tut und
dann versucht, nicht mehr zu atmen, bis es schließlich nicht mehr
geht und er die tödliche Dosis in sich aufnimmt. Ich sehe ganz klar
vor mir, wie die Tablette in die Säure fällt, sich auflöst und dadurch
das tödliche Gas erzeugt.
Dazu kehren wir ins Leben zurück: Wir müssen lernen, das
Gesetz von Ursache und Wirkung zu verlassen. Um es irgendwann
einmal, nicht nur durch den Tod, endgültig zu zerbrechen!
Marcos, 13 Jahre