
Der Magnet der Liebe
Papa: Hallo, mein Junge! Wie geht es in der Schule?
Flavio: Ganz gut, ich gehe eigentlich gern zur Schule. Ich bin
noch ein bißchen neu hier auf der Erde und muß erst lernen,
hier zu leben. In der Schule lerne ich auch, mit anderen
zusammenzuleben. Dort bin ich nicht so von euch beschützt.
Mama: Hast du irgendein Problem? Wie kommst du mit der
Lehrerin und den Mitschülern aus?
Flavio: Wenn sie sich nicht streiten, fühle ich mich wohl. Ich
streite nicht gerne, aber manchmal muß ich mich verteidigen.
Ich vertrage mich sehr gut mit Alex, der seit dem Kindergarten
mein bester Freund ist. Aber jetzt habe ich mehrere
Freunde, da ich mehr Kontrolle über meinen Liebesmagneten
habe und mehr Kinder anziehen kann.
Papa: Ein Liebesmagnet?
Flavio: Wir haben alle einen Liebes- und einen Haßmagneten
in uns. Der Liebesmagnet zieht alles an, was Liebe enthält.
Wenn wir es zu kontrollieren verstehen, kann die Liebe den
Haß wie eine Kapsel umgeben. Die Liebe ist geordnet wie die
Buchstaben und Wörter in einem Buch. Der Haß ist ein
Durcheinander, ein Wirbel, alles ist vermischt. Ein Mensch
ist schlecht, wenn sich seine Haßkapsel öffnet, dann zieht er
schlechte Menschen an, und es ereignen sich böse Dinge. Es
ist wegen dieser Anziehung des Haßmagneten, daß sie sich
streiten und schlecht behandeln, sie lieben sich auf eine
verworrene, ungeordnete Art und Weise.
Die Liebe dagegen hilft dir, die Dinge auf eine Art zu verste-
hen, die nicht über den Verstand geht, sondern über das
Herz. Dann zieht man die Leute an, die auch über den
Liebesmagneten verfügen. Eure Liebe zum Beispiel hat mir
geholfen, hierher zu kommen.
Papa: Wie war das?
Flavio: Die Liebe ist ein Kanal zu deinem Stern. Eure Eltern
liebten sich sehr, und auch ihr seid mit Liebe aufgewachsen.
Der Magnet eines jeden hat den anderen angezogen, und
gemeinsam habt ihr einen sehr starken Magneten geschaf-
fen. Das haben Marcos und ich wie ein Licht gesehen, das
uns angezogen hat.
Mama: Aber Marcos ist ganz schön streitsüchtig!
Flavio: Marcos ist ganz anders als ich, er kann seinen Körper
und seinen Verstand besser gebrauchen. Er ist auch voller
Liebe, aber er ist gekommen, um die rote Farbe zu erleben,
die Kraft in der Liebe. Seine Kraft hat mir geholfen, den Weg
zu öffnen, (lacht) Natürlich habe ich es nicht gern, wenn er
seine Kraft gegen mich verwendet!
Flavio, 6 Jahre
Weihnachten 1989
Wir bereiten ein Krippenspiel vor. Flavio schreibt die Dialoge. Er
kommt auf den Gedanken, daß nicht nur die Personen, sondern
auch ihr Stern vertreten sein sollen, das heißt, die Verbindung
eines jeden mit seiner Seele.
Er erklärt uns: Jesus war ein ganz besonderes Wesen, er
bedeutet den Anfang des Geistigen in der Menschheit. Er
kam vom Sirius, dem Stern der Liebe. Jesus ist ein Spiegel,
der für die Christen das Bild Gottes widerspiegelt. Jetzt wer-
den die Religionen nicht mehr notwendig sein, weil jeder Gott
in seinem Inneren finden wird.
(Jede Person trägt einen goldenen Papierstern in der Hand;
manchmal spricht die Person, manchmal sein Stern. Der Stern
stellt den Kern der Seele jedes Menschen dar.)
Der Stern von Bethlehem (Sirius): Ich bin Sirius, der Stern
der Liebe. Ich bin Sirius, du bist Sirius, wir alle sind Sirius.
Ich bin die grenzenlose Liebe, und ich bin auch der Haß, das
ist die begrenzte Liebe.
Ich komme zu diesem Planeten, weil er viel Liebe braucht für
eine Zeit der größeren Geistigkeit in seiner Entwicklung. Es
gibt viele Wesen, die verwirrt sind, voller Haß. Der Haß war
nie böse. Er ist nur Liebe, die den Weg der Freiheit nicht findet.
Ich bin die grenzenlose Liebe, die wahrhaft freie Liebe.
(Betrachtet das Jesuskind) Wird dieses Wesen den Menschen
helfen können? Wird es die Menschen die Liebe lehren kön-
nen durch sein Beispiel?
Jesuskind: Wie schwierig ist diese Welt! Das einzige, was die
Entwicklung dieses Planeten fördern kann, ist die Liebe. In
dieser so dichten Welt vergessen die Wesen ihren Stern.
Herodes: Man sagte mir, daß ein Kind geboren sei, das König
der Juden werden soll. Das kann nicht sein! Ich weiß nicht,
wer es ist, aber ich werde alle kleinen Kinder töten lassen.
Niemand wird mir den Thron rauben!
Stern des Herodes (traurig): Ich weiß nicht, was ich mit die-
sem verwirrten Wesen tun soll. Er kennt den Weg der Frei-
heit nicht. Er will nur die Macht, ist voller Haß und findet
die Liebe nicht. Er trägt eine Krone, die ihm das Kronen-
chakra verriegelt. Er hat die Verbindung zu seinem Stern
unterbrochen, zum Kern seiner Seele.
König Kaspar (der König Arthur des Mittelalters): Wir folgen
einem Stern. Wir wissen, daß ein Kind geboren wurde, das
eine große Wende in der Menschheitsgeschichte bringen
wird.
Der Stern von König Kaspar: Du mußt diesem Wesen helfen,
das mit einer schwierigen Mission zur Erde gekommen ist.
Du wirst noch öfters kommen müssen.
Du trägst eine offene Krone und wirst die Verbindung mit
mir nicht verlieren, ich bin dein innerstes Wesen. Du wirst
Macht und Weisheit besitzen.
Römischer Soldat: Dieses Kind in der Krippe berührt mein
Herz.
Stern des römischen Soldaten: Die Zeit Roms geht ihrem
Ende zu. Roma, von rückwärts gelesen, heißt Amor — Liebe.
Jetzt kommt die Zeit der Liebe auf die Erde, wirf dein
Schwert fort und folge der Liebe.
Der Engel der Verkündigung: Maria, du wirst ein ganz beson-
deres Kind bekommen, du wirst sehr geduldig sein müssen.
Er kommt, um der Welt die Liebe zu bringen.
Flavio, 8 Jahre
Meine Büchlein
Sobald ich schreiben konnte, begann ich meine "Büchlein"
zusammenzustellen. Ich zeichnete und malte und verfaßte ganz
alleine den Text zu den Bildern. Wenn alles fertig war, zeigte ich
es meinen Angehörigen mit großem Vergnügen.
Auf den Seiten meiner Büchlein konnte ich die Themen
zusammenfassen, über die ich gerade gerne sprach; mit den
ersten Bildentwürfen hatte ich die Möglichkeit, meine Vorstel-
lungen klarer auszudrücken.
Ich betrachtete meine Büchlein als ein Spiel, denn es machte
mir Spaß, sie anzufertigen; aber ich denke, daß sich darin schon
meine "Berufung zum Schreiben" zeigte. Ich wußte bereits, was
meine Aufgabe auf der Erde ist, und begann sie auf diese Weise
zu erfüllen.
Flavio, 8 Jahre

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